Die Vereinsgeschichte

 

Vorstände

   
Ludwig Ullrich 1896 - 1899
Karl Fritz 1899 - 1900
Richard Karcher  1900 - 1904
August Braunagel 1904 - 1906
Richard Karcher 1906 - 1908
Josef Braunagel 1908 - 1911
Ferdinand Karcher 1911 - 1912
Emil Kraft 

1912 - 1914 (gefallen in Versailles.)

Richard Karcher 1914 - 1919
Josef Schiel 1919 - 1921
Karl Braunagel 1921 - 1923
Rudolf Buchholz 1923 - 1927
Karl Götzmann  1927 - 1951
Hermann Braunagel  1951 - 1955
Karl Merkel  1955 – 1997
Bernd Pliquett  1997 - 2007
Johannes Braunagel seit 2007
   
 
Chronik geschrieben bis zum Jahr 2007, zuletzt aktualisiert im Dezember 2014

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Gründungsjahr bis zum 1. Weltkrieg

Durchdrungen vom Geist des Turnvaters Friedrich Ludwig Jahn gründeten am 29. August 1896 im Gasthaus ”Zum Grünen Baum” 26 Männer den Turnerbund Selbach. Die ausgear-beiteten Statuten wurden am 5. September des gleichen Jahres vom Großherzoglichen Bezirksamt genehmigt. 

Der Turnerbund Selbach ist ein Verein für Leibesertüchtigung durch Turnen, und zwar hauptsächlich an Geräten, und für Leichtathletik.  

Zum 1. Vorstand wurde Ludwig Ullrich gewählt. Unter großen persönlichen Opfern der Mitglieder wurden nacheinander Geräte beschafft. In Scheunen und Schuppen wurde vorläufig geübt und geturnt. Bald wurde der Ruf nach einer vereinseigenen Übungsstätte laut, die man zunächst im ”Grünen Baum” fand. Infolge von Unstimmigkeiten wegen der Übungsstätte verlegte man diese in den ”Adler”, von dort in den ”Engel” und später wieder in den ”Grünen Baum”, der dann auch Vereinslokal wurde. Im Mai 1900 meldete sich der  Verein vom  Karlsruher Turngau ab  und  schloss  sich  dem  neu gegründeten Murgtal-Turngau an. Im gleichen Jahr erwarb der Verein ein Grundstück (heutiger Turnplatz) von Schreinermeister Johannes Fritz, auf dem ein Geräteschuppen als Übungsstätte diente.

Der Verein beteiligte sich an vielen Turnwettkämpfen, und mancher Teilnehmer konnte mit dem Siegerkranz geschmückt zurückkehren.

Am 07. Juli 1907 fand die feierliche Weihe der neuen Vereinsfahne im Rahmen eines Festes mit großem Festumzug statt, an dem 22 Vereine aus der Umgebung teilnahmen. Eine im Jahre 1897 vom SV Ottenau überlassene Fahne wurde dem Eigentümer, TV Baden-Baden, wieder zurückgegeben.

Der Verein blühte weiter auf bis der 1. Weltkrieg ausbrach. 42 Männer wurden zum Kriegsdienst eingezogen, von denen 12 nicht mehr heimkehrten. Unter den Gefallenen befanden sich auch der damalige 1. Vorstand Emil Kraft und der 1. Turnwart Rudolf Fritz. Ehrenvorstand Richard Karcher leitete den Verein, bis auch er Ende1917 eingezogen wurde.

Die Jahre zwischen den Weltkriegen
Im Februar 1919 wurden die Aktivitäten wieder aufgenommen, und 1921 feierte  man  das  25-jährige  Stiftungsfest.  In  dieser  Zeit wurde  auch  das Faustballspiel eingeführt, wozu man einen entsprechenden Platz benötigte. Auf Drängen des Vereins stellte die Gemeinde diesen im Gewann Eben (heutiger Sportplatz) zur Verfügung. Durch viel Eigenarbeit und mit Unterstützung der Gemeinde wurde das Gelände eingeebnet, so dass darauf Faustballspiele ausgetragen werden konnten.

Beim Gauspielfest in Hörden (19.06.1921) starteten Karl Schoch, August Weber, Ludwig Schoch und Hermann Weber im Mehrkampf. Am Gauturnfest in Malsch nahmen Karl Wunsch und Rudolf Buchholz teil. 1928 beteiligte sich der Turnerbund mit zwei Faustballmannschaften  an den Punktspielen, wobei die 1. Mannschaft den zweiten Platz in der Meisterklasse und die 2. Mannschaft den ersten Platz in der A-Klasse belegte.

1930 gewann Alfons Westermann den 5000 m Lauf bei den Murgtal-Gauwettkämpfen. Egon Peter und Karl Hornung (Schreiner) haben als Turnwarte Leichtathletik, Faustball und Geräteturnen geleitet. Um 1935 wurde von beiden Handball beim Turnerbund Selbach eingeführt. 

Das vereinseigene Grundstück vergrößerte sich 1928 durch den Kauf eines Nachbargrundstücks. Mit insgesamt 11,38 Ar war nun die Voraussetzung für die Errichtung einer Turnhalle geschaffen. Es handelte sich dabei um eine auf dem Plättig zum Abbruch ausgeschriebene Liegehalle. Diese wurde vom Turnerbund erworben, abgebrochen, nach Selbach gebracht und wieder aufgebaut. Bei dem damaligen  1. Vorsitzenden, Karl Götzmann, meldeten  sich 25 freiwillige Helfer. In den alten Vereinsbüchern sind erwähnt: die Zimmerleute Willi und August Stößer, der Maurermeister Franz Stößer und der Transportunternehmer Dionys Weber. Die offizielle Einweihung fand am 7. September 1935 statt.

Egon Peter stellte eine Damenriege auf, die ihren 1. Auftritt bei der Weihnachtsfeier am 26.12.1936 hatte. Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde der Turn- und Spielbetrieb erneut unterbrochen. Die Turnhalle wurde während des Krieges und der Besatzungszeit zweckentfremdet genutzt und befand sich in einem trostlosen Zustand. Turnbetrieb wurde in dieser Zeit verboten.

Die Nachkriegsjahre bis 1959
Nachdem von der Besatzungsmacht nur ein turn- bzw. sporttreibender Verein zugelassen war, gründete man am 10. Juni 1948 den Turn- und Sportverein Selbach mit folgenden Sportarten: Turnen, Leichtathletik, Handball, Sommerspiele und Wandern. Im September 1948 begann wieder der normale Turn- und Spielbetrieb. Neben dem Turnen wurden unter anderem wieder Faustball, Tischtennis und Fußball gespielt. 1. Vorstand wurde Karl Götzmann,  Schriftführer Karl Schiel.  Unter  Turnwart  Egon  Peter wurden eine Frauen- und eine Männerriege aufgestellt, welche 1949 beim Sommerfest die ersten Vergleichswettkämpfe mit anderen Vereinen bestritten.

In der Generalversammlung am 14. April 1951 wurde die Trennung zwischen Fußballern und Turnern beschlossen. Selbach hatte nun zwei sporttreibende Vereine: den Sportverein Selbach e. V. 1948 und den Turnerbund Selbach e. V. 1896. Hermann Braunagel übernahm den Vorsitz des Turnerbundes.

Bei Gau- und Landesturnfesten wurde regelmäßig gestartet; 1952 besuchten 12 Mitglieder den Turnländerkampf Deutschland-Finnland in Karlsruhe. Mit dem TV Michelbach und dem TV Bischweier maß man sich in drei Turnwettbewerben, wobei der Gesamtsieg glückte und Harold Weber bester Einzelturner war. Im Januar 1955 wählte man für zunächst zwei Jahre Karl Merkel zum 1. Vorsitzenden.

Vom 21.-23. Juli 1956 wurde das 60-jährige Vereinsjubiläum, verbunden mit dem Gauschülerturnfest, gefeiert. Mit 670 Wettkampfteilnehmern war es ein einmaliges Erlebnis. Die vielen benötigten Turngeräte hat man von Vereinen aus der Umgebung ausgeliehen. Bei schlechtem Wetter musste die Dorfwiese hergerichtet werden, damit das Festzelt aufgestellt werden  konnte. Beim Gauschülerturnfest in Ötigheim 1957 ging Karin Heck bei den Schülerinnen als Siegerin hervor; im Vereinsturnen wurde der Turnerbund Selbach 2. Sieger. 1958 nahmen erstmals 5 Teilnehmer am Deutschen Turnfest in München teil. Neben Tobias Heck und Egon Peter an der Spitze waren noch Erwin Schoch, Harold und Erika Weber dabei.

Bei den Turnfesten im Jahre 1959 in Gernsbach und Gaggenau wurde Karl Merkel 1. Sieger in der Männerklasse und Rolf Volz 2. Sieger in der Jugendklasse.

Die Sechziger Jahre
Dieses Jahrzehnt war geprägt von vielen Erfolgen der Faustballer unter der Regie von Fritz Günther. Karl Merkel errang bei den Gauturnfesten 1961 bis 1963 drei Mal hintereinander den 1. Platz und war auch in den Folgejahren immer unter den ersten Drei vertreten; beim Landesturnfest in Offenburg war der Turnerbund mit 6 Teilnehmern am Start.

Die Faustballer stiegen 1964 in die Meisterklasse auf; beim Landesturnfest in Karlsruhe wurden die Spieler Fritz Günther, Josef Braunagel, Hugo Gramling, Ernst Schiel, Klaus Schoch, Herold Kraus und Theo Schoch Vierter unter 22 Mannschaften. Erstmals wurden eigene Faustballturniere auf dem Selbacher Sportplatz ausgetragen, darunter auch ein Turnier der örtlichen Vereine.

Neben einer sehr guten Jugendmannschaft, die die Qualifikation für die Badischen Meisterschaften erreichte und dort Vierter wurde, war die Seniorenmannschaft am erfolgreichsten. Sie wurde 1967 bei den Süddeutschen Meisterschaften Vizemeister; 1968 wurde sie Badischer Meister und belegte bei den Deutschen Meisterschaften unter 15 Mannschaften einen beachtlichen 8. Platz.

1966 gründeten der 1. Vorsitzende Karl Mer­kel und der 2. Vorsitzende Artur Fritz eine Frauengymnastikgruppe, die insgesamt 21 Jahre lang von Karl Merkel betreut wurde und heute von Erika Weber geleitet wird. Karl Merkel errang 1967 in der Altersklasse III der Leichtathleten bei den Deutschen Meisterschaften unter 144 Teilnehmern den 2. Platz und wurde damit Deutscher Vizemeister.

Bei Gauschüler- und Gauturnfesten war der Turnerbund regelmäßig mit der Jugend vertreten. Sie wurde von Norbert Krieg, Hannelore Merkel und Erika Weber betreut und erreichte viele schöne Erfolge.

Ende der 60er Jahre begann unter der Regie von Karl Merkel im Pfarrsaal das Theaterspiel, wo viele lustige Dreiakter einstudiert und aufgeführt wurden.

 

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