Die Siebziger Jahre

Bereits am Jahresanfang 1970 begann der Verein mit intensiven Vorbereitungen für das 75-jährige Jubiläumsfest 1971. Auftakt der Feierlichkeiten bildete ein Theaterabend im Pfarrsaal. Der Festgottesdienst fand am 27. Juni und das Festbankett am 2. Juli statt. Die Festansprache hielt der damalige OB Dr. Helmut Dahringer.

Vom 3. Juli bis 5. Juli fand das eigentliche Jubiläumsfest statt, das am 3. Juli mit einem großen Faustballturnier der örtlichen Vereine eröffnet wurde. Beim großen bunten Abend war die Halle voll besetzt. Der Festsonntag begann, bei herrlichem Sommerwetter, mit dem Gaualtersturnfest, an dem ca. 600 Turnerinnen und Turner teilnahmen. Ein großer Festumzug durch das mit Fahnen, Wimpeln und Blumen festlich geschmückte Dorf zog sich unter Beteiligung der örtlichen und befreundeten Vereine vom Jägerhof bis zur Sporthalle. Der Festnachmittag war mit turnerischen Darbietungen und dem Jedermannsturnen ausgefüllt. Der Tag endete mit den Siegerehrungen und einer Tanzveranstaltung. Mit einem Brezelsteckenumzug der Kinder am Festmontag, sowie einem leichtathletischen Dreikampf  der Schüler und  der Jugend, den Endspielen des Faustballturniers und einem Handballspiel zwischen dem TB Gaggenau und dem TV Ebersteinburg ging das Jubelfest seinem Ende entgegen. Es war ein großartiges und unvergessliches Ereignis.

1972 waren die Faustballschüler in Schluttenbach erfolgreich und wurden Südbadischer Meister. Bei den darauf folgenden Badischen Meisterschaften belegten sie den 3. Platz. Am letzten Gauspieltag in Rastatt wurde die 1. Mannschaft Gaumeister und schaffte später den Aufstieg in die Landesklasse. Die erstmalige Teilnahme am internationalen Faustballturnier in Olten (Schweiz), bei dem ein 11. Platz von 40 Teilnehmern erspielt wurde, verband man mit einem Vereinsausflug. Beim Gaualtersturnfest erreichte Egon Peter einen 5. und Fritz Murrey einen 7. Platz.

Im gleichen Jahr erhielt der Turnerbund die Zusage der Stadt Gaggenau, dass eine Turnhalle gebaut werden soll. Damit ging ein lang ersehnter Wunsch des Turnerbundes in Erfüllung. Die neue Schulturnhalle wurde am 6. November 1974 feierlich eingeweiht und den Vereinen und der Schule zur Verfügung gestellt. Sie brachte den Turnabteilungen neuen Aufschwung; die einzelnen Sparten vergrößerten sich und mussten neu eingeteilt werden. Das Trampolinspringen wurde unter Jutta Kraft eingeführt, die Tischtennisabteilung wieder gegründet. Als Übungsleiter fungierten Erika Weber, Jutta Kraft, Annette Wrede, Bernhard Hornung und Hans-Georg Roske.

Die vereinseigene Turnhalle hatte damit ausgedient; am 6. Mai 1975 erfolgte mit Hilfe der Fa. Bilger der Abbruch. Die Verwaltung beschloss in diesem Zusammenhang, den Turnplatz als Übungsstätte neu herzurichten. Im Einvernehmen mit Gerold Hornung wurden die Grundstücksgrenzen neu festgelegt (begradigt) und auf der Grenze eine ca. 1,50 m hohe Stützmauer gebaut, um das Gelände aufzufüllen und einebnen zu können. Es wurde eine Drainage eingebaut, am Schulweg wurde eine breite Abflussrinne angelegt und beides an die Kanalisation angeschlossen. Die Stadt Gaggenau hatte zwischenzeitlich festgestellt, dass es sich um einen hervorragenden Bauplatz handle und auf unsere Bitte hin wurde ein Ausgleichsgelände gesucht. Am geeignetsten war eine Fläche hinter der Schule (nicht so steiles Gelände). Die meisten Grundstückseigentümer waren nicht bereit sie herzugeben. Damit war das Thema erledigt und die Verwaltung beschloss, den Ausbau des Turnplatzes fortzusetzen.

Die ersten Fastnachtsveranstaltungen in der Selbacher Sporthalle waren 1973. Gemeinsam mit der Harmonika-Vereinigung Selbach führte man zwei Jahre später die erste Winterfeier durch. Aufgeführt wurde der Einakter „Der selige Florian“. Es spielten: Martina Hornung, Gabi Schiel, Karl Hornung jun., Bernd Pliquett, Theo Schoch und Werner Schwan.

1975 wurde das erste Knopffest gefeiert und die erste Altpapiersammlung durchgeführt; beim ersten Vereinsschießen des Schützenvereines Ottenau belegten Bernhard Hornung und Kurt Hausmann die ersten Plätze. Die Jugendturnerinnen unter Jutta Kraft und Erika Weber beteiligten sich 1977 beim Landesturnfest in Weinheim. Renate Weber hat 1979 das Seniorenturnen gegründet.

Die Achtziger Jahre
Im Januar 1980 ehrte der Turnerbund Karl Merkel für seine nunmehr 25-jährige  erfolgreiche  Tätigkeit als 1. Vorstand. Beim Landesturnfest in Lahr erzielt Karl Merkel mit einem 2. Platz wieder eine hervorragende Platzierung. Unsere Altersturner erreichten beim Gaualtersturn­fest in Ötigheim im Mannschaftswettbewerb mit Roland Linke, Bernd Pliquett, Hans-Georg Roske und Edelbert Volz den ersten Platz.

Zugunsten der Finanzierung einer neuen Kirchenorgel fand am 24. Oktober ein bunter Abend der örtlichen Vereine statt. Beitrag des Turnerbundes war das Theaterstück „Zwei Lausbuben“, die von Benno und Rene Schiel gespielt wurden. Auch der Moderator der durch das Programm führte wurde vom Turnerbund gestellt. Es war der damalige Schriftführer Hans-Günther Weber.

1981 hat Erika Weber das Kleinkinderturnen (3-6 Jahre) ins Leben gerufen. Im Jahr 1982 erwarben erstmals Mitglieder des Turnerbundes das Gymnastikzeichen (Helga Manichl, Erika und Renate Weber). Am Landesturnfest in Singen nahmen 6 Mitglieder des Turnbundes teil.

1985 konnte kein Faustballturnier durchgeführt werden, da der Selbacher Sportplatz grundlegend renoviert wurde und einen Kunststoffbelag bekam. Die Tischtennisabteilung erzielte weiterhin beachtliche Erfolge: die Senioren wurden Bezirksmeister und Meister der Kreisklasse B, die Jugendmannschaft Meister der Kreisklasse. Beim Gaualtersturnfest in Bietigheim erreichte man erneut im Mannschaftswettbewerb der Männer den 1. Platz. 1986 stand das 90-jährige Jubiläum an, das vom 5.-7. Juli unter widrigsten Wetterverhältnissen stattfand. Es regnete in Strömen, trotzdem wurde Faustball gespielt. Das Schülerpokalturnen des Turngaus und das Schauturnen mussten in die Hallen verlegt werden.

Die Jugendmannschaft der Tischtennisabteilung schaffte den Aufstieg in die Landesliga. Wichtigstes Ereignis des Jahres 1987 war die Teilnahme am Deutschen Turnfest in Berlin, wo Karl Merkel unter 700 Teilnehmern den 29. Platz im Leichtathletik-Mehrkampf errang. Im Gymnastikvierkampf konnte sich Erika Weber unter mehr als 1 000 Teilnehmern im vorderen Drittel platzieren. Der neu gestaltete Turnplatz wurde beim Sommerfest am 6. September eingeweiht und der Vereinsjugend, den Aktiven sowie dem Schulsport zur Verfügung gestellt. Mit „Mutter und Kind Turnen“ unter Michaela Franz sowie der „Rhythmischen Sportgymnastik“ unter Erika Weber erweiterte sich das Angebot des Turnerbundes um zwei weitere Sparten. Zum Landesturnfest, das 1988 in Rastatt stattfand, fuhren 20 Erwachsene und 12 Jugendliche, die sich an den Wettkämpfen und auch an der Abschlussveranstaltung beteiligten.

Die Arbeiten auf dem  Turnplatz gingen weiter. Die Böschungen wurden befestigt und die Einfahrt etwas weiter nach oben  verlegt. Nach dem Auffüllen mit Muttererde wurde Rasen eingesät und der Platz aus Sicherheitsgründen eingezäunt. Eine Weitsprunganlage wurde errichtet. Als erster Geräteraum wurde eine Fertiggarage der Fa. Grötz aufgestellt und anschließend mit einem Satteldach versehen. Des weiteren wurde ein Küchenraum an die Garage angebaut und eine weitere Gerätehütte aufgestellt. Diese Fertighütte stand in einer Lagerhalle in Muggensturm als Kontor, wurde dort  abgebaut und auf dem Turnplatz wieder errichtet. Die Hütte wurde mit einem Dach und  einer Holzverkleidung versehen. Mit Erschließung des Platzes (Wasser, Abwasser und Strom) wurde ein Toilettenhaus angebaut. Es handelte sich um einen Bausatz in Nut- und Federform.

Die Neunziger Jahre
1990 fand das Deutsche Turnfest in Dortmund/Bochum statt. 14 Turnerinnen und Turner mit Karl Merkel an der Spitze nahmen teil. Beim Gauschülerturnfest in Sandweier war der Turnerbund mit insgesamt 70 Teilnehmern am Start. Viele gute Platzierungen wurden erreicht. Das traditionelle Faustballturnier wurde am 12. August durchgeführt. 1991 feierte die Frauengymnastikgruppe im ”Jägerhof” ihr 25-jähriges Bestehen. Herausragendes Ereignis im Jahre 1992 war die Teilnahme mit 10 Aktiven beim Landesturnfest in Pforzheim. Sowohl bei dem Gauturnfest in Durmersheim und dem Altersturnfest in Muggensturm, als auch beim Gauschülerturnfest in Bad Rotenfels konnte der Turnerbund schöne Erfolge für sich verbuchen. Die Tischtennisabteilung erreichte wiederum beachtliche Ergebnisse; zum ersten  Mal nach der Sportplatzrenovierung wurde kein Faustballturnier ausgetragen.

Die 750-Jahrfeier vom 26. - 27. Juni 1993 war das alles überragende Ereignis in Selbach. Zahlreiche vorbereitende Sitzungen und Besprechungen waren erforderlich, um das Fest möglich zu machen. Am großen Festumzug durch unseren herrlich geschmückten Ort mit insgesamt 48 Gruppen und Wagen nahm auch der Turnerbund mit einer größeren Fußgruppe unter dem Motto ”Turnen im Wandel der Zeit” und einem Festwagen mit dem Thema ”Z` Stubbe gehn” teil. Mehrere tausend Besucher säumten die Brunnenstraße, durch die sich der Festzug bei herrlichem Wetter bewegte. Auf den beiden Festbühnen gestaltete der Turnerbund das Rahmenprogramm mit  turnerischen und tänzerischen Vorführungen mit. Der Turnplatz war fest in den Händen der Jugend, und an zwei weiteren Standorten wurden die Gäste aus nah und fern bewirtet. Am abschließenden großen bunten Abend, der am 16. Oktober stattfand, beteiligte sich der Turnerbund mit Vorführungen der Frauengymnastikgruppe und der weiblichen Turnerjugend.

Ein Erlebnis für 17 Jugendliche und 8 Erwachsene war die aktive Teilnahme am Deutsche Turnfest 1994 in Hamburg.

Am 25.11.1994 feierte der Turnerbund im Pfarrsaal ein seltenes Jubiläum: Karl Merkel im vierzigsten Jahr ununterbrochen an der Spitze des Vereins. Im Rahmen eines Ehrungsabends, bei dem auch verdiente Mitglieder ausgezeichnet wurden, hielt der Gauvorsitzende Dr. G. Naumann die Laudatio und überreichte Karl Merkel den Gauehrenteller

Das Jahr 1995 brachte viele Aktivitäten mit sich. So war der Turnerbund mit 67 Jugendlichen beim Gauschülerturnfest in Bietigheim vertreten. Im Tischtennis errang die 1. Herrenmannschaft die Meisterschaft in der Kreisklasse B und stieg in die Kreisklasse A auf. Die Mädchenmannschaft errang ebenfalls den Meistertitel in der Bezirksklasse. Für die örtlichen Vereine wurden ein Tischtennis- und ein Faustballturnier durchgeführt. Mit dem neuesten Angebot „Fit for ever” wird eine weitere Möglichkeit geboten, Fitness und Gesundheit zu erhalten.  Schwerpunkt bildete in diesem Jahr vor allem auch die Vorbereitung für das Jubiläumsfest 1996. Bei der Generalversammlung im März einigte man sich, die 1907 geweihte Vereinsfahne restaurieren zu lassen. Die Karlsruher Fahnenfabrik führte diese Arbeit zu unserer vollsten Zufriedenheit aus.

Das Jubiläumsjahr 1996

begann mit dem Gauturntag, der am 21. Januar in der Sporthalle stattfand. Die Gymnastikgruppe der Frauen unter Erika Weber, die weibliche Jugend mit Michaela Franz und das Jugendorchester der Harmonikavereinigung umrahmten diese Veranstaltung, bei der dem Turnerbund Selbach der „Pluspunkt Gesundheit“ vom Deutschen Turner-Bund verliehen wurde. Diese Auszeichnung wird jenen Vereinen zuteil, die Ihren Mitgliedern gesundheitsorientierte Übungen anbieten. Die Jugendverwaltung veranstaltete im Pfarrsaal eine Faschingsdisco ab 12 Jahre, zu der 36 Jugendliche kamen.

Am 20. Februar richtete der Turnerbund die 12. Selbacher Fasent aus. Alle Selbacher Vereine gestalteten das Programm, durch das Wolfgang Wiedenbrück führte. Charly (Karl Ernst) und Wolfgang Ulrich unterstützten die Beiträge musikalisch und ließen auch die Tanzlustigen nicht zu kurz kommen.

Der Festgottesdienst am 23. Juni wurde  von Herrn Pfarrer Bläß gehalten. Die Senioren-tanzgruppe, der Kirchenchor und die Flötengruppe der Schule umrahmten diesen Gottesdienst. Die Festrede beim Festbankett am 28. Juni hielt Herr Oberbürgermeister Michael Schulz der auch Schirmherr der Jubiläumsveranstalltung war. Das Programm bestritten der MGV Liederkranz, die Harmonikavereinigung, der Musikverein, die Gauriege sowie Stefanie und Ramona Franz mit einer Balletteinlage.

 

 
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